Allgemein, Länder, Thailand

Geheimtipp: Koh Yao Yai

Bangkok, den 21. Februar 2016,  kurz vor dem Rückflug nach Frankfurt: Ein wunderschöner Urlaub geht zu Ende. Der bisher wohl schönste meines Lebens. Damit hatte ich nicht gerechnet: Thailand hat etwas mit mir gemacht, mich verändert. Ich habe nun eine ganz andere Ansicht auf manche Dinge und Einstellungen gegenüber dem Leben. Meinem Leben. So wie ich mir mein zukünftiges Leben vorstelle. Byebye Thailand – du hast etwas mit mir gemacht. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder. Ich hoffe es.

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Köln/Bonn, den 03. Juni 2016, kurz vor dem Flug nach Phuket: So schnell kann’s gehen. Knapp vier Monate später sitze ich wieder am Flughafen und es geht nach Thailand! Das hätte ich – und wohl auch niemand anders – geglaubt.

Wie es dazu kam?
1) Extrem günstige Flüge mit Eurowings
2) Urlaub war bei uns beiden kein Problem.
3) Uni? Kein Problem – schnell noch eine Hausarbeit fertig schreiben; Vorlesungen lasse ich sausen. Passt schon irgendwie.

Dieses Mal geht der Flug allerdings nicht nach Bangkok, sondern nach Phuket. Ich weiß nicht, ob es euch ähnlich geht wie mir, aber ich habe sofort ein negatives Bild im Kopf, wenn ich an Phuket denke, unbegründet natürlich. Ich denke da an den typischen Pauschal – und Sextourismus. Bangkok hatten wir bereits gesehen und wir waren offen für Neues. Also den Flug nach Phuket gebucht, kurz recherchiert und die Entscheidung getroffen: zunächst geht es auf die kleine Insel Koh Yao Yai. Die restlichen 7 Tage unseres Urlaubs blieben zunächst offen.

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Palmen ❤

Koh Yao Yai ist die Nachbarinsel der etwas bekannteren und touristisch besser erschlossenen Insel Koh Yao Noi. Beide Inseln liegen östlich von Phuket in der Phang Nga Bucht (Andamanensee).

Die Bewohner der Insel verdienen ihren Lebensunterhalt überwiegend mit den Anbau von Kautschuk und Kokosnüssen, Fischerei und zunehmend kommt nun auch der Tourismus dazu. Übrigens sind die meisten Inselbewohner Muslime, das war für uns zuerst total ungewohnt, da wir das aus unserem vorherigen Thailand Urlaub gar nicht kannten. Dort waren fast nur Buddhisten Unterwegs.

So, und jetzt gehts um das traumhafte Resort und unseren Roller-Ausflug auf der Insel.

Das Santhiya Koh Yao Yai Resort & Spa

Ankunft: Wir landeten pünktlich gegen 4 Uhr morgens in Phuket. Bei der „Immigration“ angekommen traf uns erstmal der Schlag: die Schlage war eeeewig lang! Dort haben wir fast 1,5 Stunden angestanden, machte aber nichts, da wir ohnehin erst gegen 7 Uhr von unserem Shuttle zur Insel abgeholt werden sollten. Als wir dann endlich an der Immigration durch waren und unsere Backpacks abgeholt hatten, warteten wir und tranken erstmal einen Kaffee. Wir waren natürlich wieder extrem platt und hatten keine Sekunde im Flugzeug geschlafen. Da wir das schon befürchtet hatten, hatten wir uns für den (natürlich überteuerten) Shuttle Service vom Hotel entschieden und im Voraus gebucht. Mir wurde gemailt, dass uns jemand gegen 7 Uhr abholte, aber es kam natürlich niemand. Also bin ich zur Flughafeninfo und habe um Hilfe gebeten. Mir wurde mal wieder nur ein Telefonhörer in die Hand gedrückt und ich konnte im Hotel anrufen. Ja, sie hatten unsere Buchung bekommen, aber der Shuttle sollte erst gegen 8 Uhr kommen. Toll. Wir waren echt sehr ungeduldig, letztendlich wurden wir nämlich erst gegen 8:30 Uhr abgeholt und zu einem Hotel mit kleinem privaten Pier gebracht. Dort sollten wir im Restaurant zunächst Platz nehmen während unser Gepäck auf das Speedboat geladen wurde. Und dann ging es ENDLICH auf direktem Wege zur Insel, wo wir am hoteleigenen Steg ankamen und direkt sehr freundlich vom Hotelpersonal empfangen wurden.

Dort klärten wir erstmal das organisatorische: zeigten unsere Pässe, Kreditkarte usw. Dazu bekamen wir einen sehr scharfen und gewöhnungsbedürftigen Ingwertee serviert und uns wurde eine kleine Schulter/Nackenmassage angeboten. Unser Zimmer war leider noch nicht fertig, also hatten wir schonmal ein wenig Zeit die Anlage zu begutachten. Und was soll ich sagen? WOW. Wir wussten, dass es schön sein wird, aber so schön?

Anlage

Ich glaube in diesem Resort kommt jeder auf seine Kosten: mehrere Restaurants, ein wunderwunderwunderschöner Pool mit Wasserfall und kleinen „Booten“ zum Entspannen, ein Infinity Pool oben am Berg – mit einer grandiosen Aussicht, direkte Strandlage, Fitness Studio, Möglichkeiten für Yoga und Boxen, ein Spa bzw. Massage-Bereich, Bibliothek, Rollerverleih, Tourenanbieter etc. Wir fühlten uns von Anfang an sehr wohl. Das liegt natürlich auch an den netten und hilfsbereiten Hotelangestellten.

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Der Pool

Fast all die aufgelisteten Dinge liegen unten im Hauptbereich des Hotels. Die Zimmer und Villen liegen in einzelnen Häusern bzw. Abschnitten oben auf dem Berg – es fahren zum Glück ständig kleine Pickups bzw. Shuttles hin und her und sammeln die Leute ein. Wir sind ja eigentlich immer sportlich gut mit dabei – aber das war selbst uns zu anstrengend 😀

Ich bin ja wirklich ein riieeesen Frühstücksfan und freute mich so auf das erste Frühstück. Wir nahmen also einen Shuttle und wunderten uns, weil dieser uns ganz nach oben auf den Berg brachte. Aber ja, Frühstück gab es oben – mit einer unglaublichen Aussicht! Dort befindet sich übrigens auch der Infinity Pool. Das Frühstück überzeugte sowas von! Mehrere Getränkespender mit täglich wechselnden Säften und Wasser (z.B. Zimt/Orange, Minze/Wassermelone etc.), Tee, Kaffee (sogar Soyamilch!!), wechselnde warme und kalte Speisen, viele Brotsorten, Müsli und Cornflakes, 32674 Arten an Gebäck, Teilchen, Croissants, Bircher Müsli und Obst – herrlich! Ich war im absoluten Frühstückshimmel ❤

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Der Infinity Pool

Ansonsten verfügt das Resort über weitere verschiedene Restaurants. Am ersten Tag haben wir im Strandrestaurant/Imbiss gespeist, danach sind wir aber nur noch im Dorf essen gewesen. Wir fanden das Essen im Restaurant zwar sehr lecker, aber die Portion war für den Preis einfach viel zu teuer. Ein Restaurant bietet abends auch ein mehrgängiges Menü nach verschiedenen Mottos an, das wollten wir eigentlich testen. Aber da wir uns überwiegend vegan und vegetarisch ernähren, hätte sich das preislich absolut nicht ausgezahlt.

Das Resort liegt natürlich direkt an einem Strand, welcher durch den Steg wirklich sehr schön ist. Leider wurde sehr viel  Müll und Pflanzen/Algen angeschwemmt, das kann aber auch an der Regenzeit liegen. Wenn man den Strandabschnitt entlang läuft, kommt man an einer weiteren Hotelanlage vorbei, bis man irgendwann an einer kleinen Straße und dem anliegenden Dorf ankommt.
Das Dorf besteht allerdings nur aus ein paar kleinen Souvenirläden, Tante Emma-Läden, Restaurants, Ständen und Agenturen zum Buchen von Ausflügen oder Roller anmieten. Aber das reicht ja auch vollkommen aus, sodass man etwas Abwechslung und vor allem auch günstigere Preise im Vergleich zum Resort hat.

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Noch kurz ein paar Worte zu den Einheimischen und dem Dorf: Wie auch sonst in Thailand, sind die Bewohner der Insel super nett und hilfsbereit. In den Dörfern, wo sich auch die Touristen befinden, bemühen sie sich auch sehr darum Englisch zu sprechen. Die Thais freuen sich tatsächlich über die Touristen. Mir fehlen gerade aber ein bisschen die Worte um zu erklären, wie sie dort wohnen. Neben unserem Luxus-Resort wird einem dieser Unterschied natürlich nochmal mehr bewusst. Kleine, selbst zusammen geschusterte Holzhütten – ehrlich gesagt würde ich es sogar eher als Baracke bezeichnen. Und Müll, verdammt viel Müll. Aber die Menschen sind einfach so lebenslustig und glücklich mit dem was sie haben. Ich glaube deshalb fasziniert mich Thailand auch so. 

Zimmer

Die gesamte Anlage hatte bei uns zwar schon den Eindruck hinterlassen, dass auch die Zimmer überzeugend sein würden. Aber das Zimmer machte uns wirklich sprachlos. In unseren bisherigen Unterkünften waren wir immer in Low Budget-Hotels oder Bungalows unterwegs, doch dieses Mal wollten wir uns etwas gönnen. Da zu der Zeit Regenzeit herrschte, waren die Preise auch noch in Ordnung. Wir buchten vorab übrigens ein Zimmer mit Meerblick (übrigens auch das erste Mal, dass wir ein Meerblick-Zimmer buchten).

Erstmal was das Zimmer riesig! Also richtig viel Platz zum Ausbreiten, dann dazu ein riesiges Himmelbett – da fühlt man sich echt wie eine kleine Prinzessin. Das Bad mit Dusche und Badewanne ausgestattet, und das absolute Highlight: eine Badewanne auf dem Balkon!!

Das Resort verfügt auch über Villen mit eigenem Pool – wie atemberaubend das sein muss, kann man sich nun vielleicht schon denken. Die Insel und die Anlage haben uns so gut gefallen, dass wir unseren Aufenthalt eigentlich verlängern wollten. Dann hätten wir gerne auch für zwei weitere Nächte eine Villa gebucht. Leider war sowohl die Villa, als auch die „normalen“ Zimmer komplett ausgebucht. Deshalb setzten wir unseren weiteren Urlaub dann in Phuket fort.

Die Insel Koh Yao Yai – What to do?

Am dritten Tag beschlossen wir die Insel mit dem Roller zu erkunden. Das hatten wir zuvor in Thailand noch nie gemacht, da wir uns mit dem Linksverkehr und der doch gewöhnungsbedürftigen Fahrweise der Thais nicht getraut haben. Auf Koh Yao Yai ist das aber absolut kein Problem. Wir mieteten einen Roller für 300 Baht bei einem kleinen Anbieter am Strand, da es im Hotel einfach viel zu teuer war. Die Insel ist ja nicht allzu groß und im Prinzip gibt es auch nur eine Straße, daher fuhren wir einfach los in Richtung Norden. Es hat so Spaß gemacht, einfach an irgendwelchen Stränden und Buchten anzuhalten. Leider haben wir die Insel irgendwie genau falsch erkundet: es war entweder Ebbe und fast gar kein Wasser zu sehen – oder eben Flut ._.
Irgendwann kamen wir an einem kleinen Restaurant an, von woaus man zu einem Aussichtspunkt wandern konnte. Das mussten wir machen! Der Besitzer des Restaurants wies uns nochmal darauf hin Insektenspray zu verwenden. Danke für den Tipp! So viele Insekten auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen. Es ging den Berg steil hoch bis zu einer Aussichtsplattform. Wir kamen natürlich klitschnass oben an und haben ein paar Fotos gemacht – zack, saßen direkt 3287942 Fliegen, Mücken, was auch immer auf unserer Haut. Das war echt unangenehm, also schnell wieder runter. Die Aussicht war übrigens schön, aber jetzt auch nicht atemberaubend. Im Restaurant tranken wir dann noch einen leckeren Smoothie und unterhielten uns mit dem Besitzer. Er erzählte uns von den Touren, die er anbietet. Cocoman bietet Kayaktouren in den Mangroven an. Das hörte sich wirklich spannend an, aber wir entschieden uns dennoch dagegen, weil wir nur noch einen Tag auf dieser bezaubernden Insel hatten.

Dann ging unsere Rollertour in Richtung Süden weiter. Wir fuhren erneut einen kleinen Weg in Richtung Meer und hielten an einem Strandabschnitt an, wo wir komplett alleine waren. Fast, denn dort saßen ein paar thailändische Jungs, die versuchten mit uns zu kommunizieren. Leider konnten sie kein Wort Englisch und mit Händen & Füßen hat es irgendwie auch nicht so ganz geklappt. Auf einmal kam ein Thai auf uns zu und lockte uns in sein „Strandlokal“ – was allerdings eher einer alten, abgewohnten Holzhütte entsprach. Mit ihm unterhielten wir uns ganz nett und ich gönnte mir eine super leckere Kokosnuss.

Wir dachten ja eigentlich, dass man sich bei einer großen Straße, die über die Insel führt, nicht verfahren kann. Und wir haben es doch geschafft! 😀 Wir fragten uns in einem kleinen Dorf durch, allerdings konnte dort auch niemand Englisch oder uns den Weg zeigen. Aber irgendwie haben wir es dann doch wieder in Richtung Heimat geschafft.

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An diesem Tag ist uns wieder bewusst geworden, wie einfach und glücklich die Thais doch leben. Trotz oder gerade wegen dem noch fehlenden Tourismus sind alle, aber auch wirklich alle Locals sehr freundlich und aufgeschlossen uns gegenüber – auch wenn sie nicht wirklich Englisch können. Aber sie geben wirklich ihr bestes und freuen sich, wenn man sich für sie und ihr Leben interessiert. Als wir z.B. am Straßenrand anhielten um zu tanken, war dort gleichzeitig ein Obststand. Dort durften wir einige thailändische Früchte, wie Mangosteen oder Longan, kosten. Lecker! Also kauften wir dort auch noch ein paar Früchte.

Zusammenfassend kann ich die Insel wirklich jedem empfehlen, der Ruhe und Entspannung sucht. Party und Action sucht man hier vergeblich, aber Phuket ist ja nicht weit 😉

Thailand, du hast etwas mit mir gemacht, mich verzaubert – danke.

 

 

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