Allgemein, Länder, Thailand

Chiang Mai Trekking Abenteuer: Back to Basics

Nach einigen Recherchen zu unserer Reiseplanung unseres Thailand Trips war klar: wir möchten nicht nur einen Traumurlaub am weißen Sandstrand verbringen. Der Norden Thailands verspricht weniger Tourismus, viel Kultur, Tempel und vor allem eine ursprüngliche Natur mit tollen Berglandschaften, die zum Trekking bzw. Wandern einladen. Die Hauptstadt Nordthailands ist Chiang Mai und wird liebevoll „Rose des Nordens“ genannt. Von dort aus bietet sich z.B. auch eine Reise zum Goldenen Dreieck an, wo sich Thailand, Laos und Myanmar treffen.

Viele empfehlen den (Nacht-)Zug von Bangkok nach Chiang Mai, der neben einem kostengünstigen Transport auch traumhafte Landschaften bereithält. Aus Zeitgründen entschieden wir uns allerdings für den einstündigen Flug von Bangkok nach Chiang Mai. In Chiang Mai angekommen wurden wir am Flughafen Ausgang wieder von rund 37283 Taxifahrern empfangen und uns blieb nichts anderes übrig, als ein überteuertes Taxi zu nehmen. Unser erster Eindruck von Chiang Mai? Wir waren sprachlos. Unterschiedlich können Städte wohl nicht sein: nach der hektischen Großstadt Bangkok zeichnet sich Chiang Mai durch schmale Straßen, niedrige Gebäude und eine ruhigere Infrastruktur (z.B.keine Busse oder ÖPNV) aus.

Wir hatten bereits ein halbes Jahr im Voraus eine dreitägige Trekking Tour  bei Piroon Nantaya gebucht. Dazu habe ich einfach nur eine Email (auf Englisch) geschrieben und unseren Wunschtermin geäußert. Also wurde diese Tour für uns geplant – jedoch mit dem Hinweis, dass möglicherweise weitere Teilnehmer dazukommen. Ich hatte hauptsächlich Kontakt mit Jit, Piroons Frau, die uns ein Zimmer in ihrer Pension (bzw. Guesthouse) oder im Hotel Chang Thai House anbot. Aus dem Bauch heraus entschieden wir uns für letzteres, wo wir dann am frühen Nachmittag ankamen und erstmal am und im Pool entspannten. Am frühen Abend trafen wir uns mit Jit und Song (unser zukünftiger Tourguide), um die Details der Tour mit uns zu besprechen und um einen Eindruck zu bekommen, welche Route sie mit uns durch den Dschungel wandern können: Die wird nämlich nach dem Aktivitätsgrad der Teilnehmer entsprechend ausgesucht.

In Chiang Mai gibt es unzählige vegetarische und vegane Restaurants und wir entschieden für das „Morning Glory“. Unser Problem war allerdings, dass wir das Restaurant einfach nicht fanden! Die Altstadt Chiang Mais ist total urig und schön: zwischen den Gebäuden tauchen auf einmal wunderschöne Tempel und kleine Tempelanlagen auf. Wir irrten also in Chiang Mai umher, bis wir auf einmal durch Zufall am Guesthouse von Jit und Piroon ankamen, die uns natürlich wieder erkannten und ihr bestes gaben um uns den Weg zu beschreiben, wobei die beiden das Restaurant auch nicht kannten und erstmal andere Bekannte fragen mussten. Nach einer Weile kamen wir also endlich im Morning Glory an – und die lange Suche hat sich gelohnt! Das Restaurant ist sehr klein und unscheinbar von Außen. Kein Wunder, dass wir es nicht gefunden haben. Zur Vorspeise hatten wir Reispapierrollen mit Erdnusssauce: ein Träumchen sage ich euch! Danach folgten noch Papayasalat, mit dem wir uns aber irgendwie nicht anfreunden können, Gemüse mit süß-saurer Sauce und ein Gemüsecurry. Dazu gab es zur Abwechslung wenigstens mal braunen Reis 😉

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Unfassbar schöne Landschaft!

Tag 1: Polizeistation, Marktgetümmel, Wasserfälle und die erste Wanderung

Gegen 8:30 Uhr wurden wir von unserem Guide Song abgeholt und trafen auf die Reisegruppe. Am Abend vorher hatten sich spontan noch einige Leute angemeldet, sodass wir doch mehr Leute waren als geplant: nämlich 10! (5 Deutsche, 2 Chinesen, 2 Slowenen und ein Amerikaner) – das Durchschnittsalter würde ich auf Mitte 30 schätzen. Aufgrund dieser Teilnehmerzahl wurden wir auf zwei Autos verteilt und es kam natürlich noch ein weiterer Guide dazu.

Unser Trip startete mit einer Tour zu der örtlichen Polizeistation: dort wurde unsere Tour offiziell angemeldet, wir mussten eine Kopie des Reisepasses abgeben und bekamen Sicherheitsvorschriften erläutert. So etwas habe ich vorher noch nie erlebt, finde ich aber sehr gut und wichtig.

Nach einer längeren Autofahrt kamen wir bei den Local Markets an. Dort hatten wir ca. eine Stunde Zeit um uns mit einigen Lebensmitteln für Unterwegs einzudecken. Die Hauptmahlzeiten wurden von unseren Guides organisiert, aber für kleine Schleckermäuler und Vielfraße wie mich, ist es natürlich super ein paar Snacks dabei zu haben! Wir kauften also noch Erdnüsse, geröstete Erbsen (absolute Empfehlung!), Bananen und Mangos. Anschließend ging die Autofahrt weiter bis zum Mork-Fa Wasserfall. Ich weiß nicht wieso, aber ich finde Wasserfälle einfach wunderschön und atemberaubend. Eine kurze Zeit waren wir ganz alleine dort, da wir unsere Badesachen schon an bzw. drunter hatten und als erstes den Weg dorthin gefunden haben (während die anderen sich erst noch umziehen mussten). Das Wasser war übrigens SO kalt, dass wir uns nicht rein getraut haben. 😀

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Über Stock und über Stein..

Nach einer weiteren und vor allem holprigen und kurvigen Autofahrt haben wir mitten im Nirgendwo an einem kleinen „Restaurant“ angehalten, wo wir uns z.B. den Gemüseanbau im Garten anschauen konnten, während die Guides für uns kochten. Dann fuhren wir wieder weiter und hielten irgendwo mitten im Dschungel an, von wo aus wir die erste Wanderung starteten. Wir packten also unsere Daypacks (unsere großen Backpacks konnten wir übrigens im Hotel einschließen). und los ging es.

Was soll ich sagen? Eine unfassbar schöne Landschaft, Berge, Pflanzen, Tiere. Zwischendurch machten wir immer wieder Halt und unsere Guides erklärten uns allerhand über die Pflanz- und Tierwelt. Außerdem sorgten sie auch für Unterhaltung, suchten Lianen raus, sodass wir Tarzan und Jane spielen konnten ;-). Um ehrlich zu sein war ich um jede Pause froh. Vom Klima her war es erstaunlicherweise sehr angenehm, aber meine nicht vorhandene Kondition machte mir ganz schön zu schaffen. Aber das war nicht schlimm: die, die mehr Puste hatten, liefen einfach vor und wir machten etwas langsamer und kamen ja letztlich auch am Ziel an. Die Route war aber auch sehr anspruchsvoll: es ging über Stock und Stein, kleine zusammengebaute, wackelige Brücken, schmale Trampelpfade, bergauf und bergab. Gute 10 km sind wir an dem Nachmittag gewandert, wurden aber kurz vor der Ankunft im ersten Bergdorf mit einer absolut traumhaften Aussicht belohnt. Kurz nachdem wir im Dorf bei den „Karen“ ankamen wurde es auch schon dunkel. Wir bezogen unser Schlafquartier für die Nacht und freuten uns über eine Dusche. Zu früh gefreut: eine Dusche gab es zwar, aber nur mit eiskaltem Wasser. Mit der Dunkelheit kam außerdem die Kälte dazu: wir haben tatsächlich unterschätzt, wie kalt es dort im Januar/Februar in der Nacht wird, obwohl Jit uns noch darauf aufmerksam gemacht hat. Die Dorfbewohner freuten sich sehr über unseren Besuch und versuchten gleich uns handgefertigte Dinge, wie z.B. Steinschleudern oder Armbänder zu verkaufen. Wir kauften natürlich auch zwei Armbänder, um uns für deren Gastfreundlichkeit zu bedanken. Unsere Guides kochten in der Zeit zusammen mit einer Familie aus dem Dorf unser Abendessen. Wie in einer anderen Welt: mit Stirnlampe ausgestattet wurde Gemüse und Obst geschnippelt und auf dem offenen Feuer gekocht. Und ja, es war verdammt lecker!

Tag 2: Wandern, Bambusfloß fahren, Elefantenreiten, und Geburtstag feiern

An die Nacht will ich nicht zurück denken: trotz der anstrengenden Wanderung habe ich so gut wie nicht geschlafen. Es war einfach zu kalt und zu laut – die Hütte lag direkt an einem plätschernden Fluss und ein Hahn krähte ab den frühen Morgenstunden. Selbst Oropax haben nicht geholfen. Morgens haben wir uns also erstmal am Feuer aufgewärmt und auf das Frühstück gewartet: es gab Toast mit Marmelade, Rührei und Mango.

 

Wenig später ging die Wanderung auch wieder weiter – und es war kein bisschen einfacher als am Tag zuvor: im Gegenteil, dieses Mal standen sogar knapp 13km an. Am Nachmittag kamen wir allerdings an einem Fluß an, wo schon selbst gebaute Bambusfloße für uns bereit standen. Damit schipperten wir dann eine zeitlang auf dem Fluss entlang bis das nächste Highlight anstand: das Elefantencamp! Ein sehr schwieriges und heiß diskutiertes Thema in Thailand und zugegebenermaßen war ich zunächst richtig enttäuscht: zwei Elefanten, die angekettet waren. Tiere in Gefangenschaft? Für mich ein absolutes No-Go. Doch zunächst wurde für uns ein Pad Thai gekocht. Währenddessen wurde uns auch erklärt, dass die Elefanten nachts immer frei sind und herumlaufen können. Morgens kommen sie dann zu dem Camp und ihrem Mahut. Dann konnten wir endlich Fotos mit den Elefanten machen ❤ Unfassbar tolle und beeindruckende Tiere. Nächster Programmpunkt: Reiten. Ich war sehr beruhigt, als ich gesehen habe, dass es sich dabei nicht um schwere Metallsitze handelt. Mama und ich konnten auf dem Sitz Platz nehmen, während Eddi sich auf den Nacken setzte. Die ersten Schritte waren richtig ungewohnt und wir hatten totale Panik. Vor allem als der Elefant auf den Fluss und das Wasser zusteuerte. Aber der Mahut hatte alles unter Kontrolle – die Elefanten haben IMMER auf seine verbalen Kommandos gehört. Keine Spur von Aggressivität wie Stöcke o.ä. Nach etwa der Hälfte tauschten wir mit den anderen und wir schipperten auf dem Floß weiter bis zum nächsten Dorf und den „Lahu“. Dort konnten wir dann abends noch mit den Elefanten im Fluss baden und sie waschen, dann mussten wir uns leider auch schon verabschieden. Aber ich habe zum Glück direkt andere Freunde gefunden: kleine Welpen! Und überhaupt liefen im ganzen Dorf Hühner, Hunde und Schweine frei rum 😀

Wir freuten uns sehr auf unser nächstes Quartier: zum Glück war es dort auch nicht ganz so kalt und die Hütte war viel schöner und auch größer. Auch dort wurden wieder alle möglichen Armbänder, Ketten etc. verkauft und wir hatten sogar die Gelegenheit uns für einen geringen Preis massieren zu lassen. Wir lehnten dies allerdings ab und haben danach auch von einem anderen Pärchen gehört, dass es sich nicht so gelohnt hat.

Am Abend musste dieses Mal jeder unterstützen und ein Gericht kochen – dazu gab es Thai Whiskey: eine ausgezeichnete Kombination 😀 Im Voraus hatte ich Jit und Song bereits gesagt, dass meine Mama an diesem Tag Geburtstag hat, also organisierten sie einen „Kuchen“ nach traditioneller Thai-Art. Dabei handelt es sich um einen ausgehöhlten Kürbis, der mit einer Mischung aus Ei und Kokosmilch gefüllt und gebacken wird. Das habe ich zuvor noch nie gehört! Naja.. und geschmacklich konnte es leider auch nicht so überzeugen. Wir saßen dann noch sehr lange am Feuer und ließen den Abend ausklingen. Später gab es dann noch traditionellen Klebereis bzw. Sticky Rice. Dazu wird der Reis in Bambus auf dem offenen Feuer gedämpft – es war SO unfassbar lecker! Schade, dass wir vom Abendessen noch so satt waren..

Tag 3: Rückfahrt nach Chiang Mai und Schmetterlings- und Orchideen-Farm

Am letzten Tag konnten wir ausschlafen, aber auch da war die Nacht dank der vielen Tiere wieder früh vorbei. So ging es übrigens nicht nur mir, sondern auch den anderen. Also unterstützten wir wieder bei der Zubereitung des Frühstücks. An diesem Morgen freute ich mich besonders auf die süßen Frühlingsrollen, die wurden nämlich mit Ananas gefüllt. Aber so ein Geschmackserlebnis war es dann leider doch nicht und ich setzte also wieder auf das altbewährte Toast mit Marmelade 😉

Danach packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren ca. 3 Stunden lang mit dem Floß weiter. Dabei hatten wir unheimlich viel Spaß, weil wir mit den zwei Floßen ein kleines Rennen gemacht haben. Je nachdem wer da für das Steuern verantwortlich war, riskierte auch schon mal das ein oder andere Manöver. Wir blieben zum Glück trocken und unser Floß heil. Das der anderen war wirklich kurz vorm Zusammenbrechen :D.

Um die Mittagszeit kamen wir an einem Restaurant an, wo auch wieder Einheimische auf uns warteten und uns alles mögliche verkaufen und andrehen wollten. Dieses Mal waren die Frauen SO aufdringlich, dass wir uns darüber richtig geärgert haben. Nach dem Lunch freuten wir uns dann wieder im Auto bzw. Pickup sitzen zu können. Auf dem Rückweg nach Chiang Mai hielten wir dann noch bei einer Schmetterlings- und Orchideen-Farm an. Wir hatten dort eine halbe Stunde Zeit uns umzuschauen und wir waren einfach nach 10 Minuten schon fertig: es gab genau eine Schmetterlingsart zu sehen und die Orchideen waren zwar schön, aber halt auch nichts besonderes. Ein absoluter Flop also.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr wir uns nach diesen drei Tagen auf das Hotel und die Dusche gefreut haben! Wir hatten unsere großen Backpacks ja im Hotel gelagert und blieben dann auch wieder für die nächste Nacht dort. Nachdem wir uns also ausgiebig frisch gemacht haben, gingen wir nochmal in die Stadt ins Morning Glory essen und Mama ließ sich spontan noch massieren. Abends fielen wir einfach nur tot ins Bett.. es war eine unbeschreiblich tolle Tour. Ich kann sie wirklich jedem nur weiterempfehlen, der Lust hat mal drei Tage komplett aus dem Alltag rauszukommen und die Natur zu genießen. Außerdem haben wir so viel über die Kultur und die verschiedenen Bergvölker gelernt. Es war so interessant, was Song über sich und sein Leben erzählt hat (er kam übrigens aus einem der Dörfer) – und gleichzeitig war er aber auch sehr interessiert an unseren Heimatländern und der Kultur und den Unterschieden. Im Nachhinein bereuen wir, dass wir unsere weitere Reiseroute bzw. den nächsten Flug bereits gebucht und geplant hatten. Wir wären gerne noch ein paar Tage länger im Norden geblieben. Aber am nächsten Tag ging es dann bereits weiter nach Koh Samui! Aber dazu dann irgendwann mehr ❤

 

 

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